Google als Terrorsprungbrett?

Hier wieder ein typischer Fall von "So hatten wir uns das nicht gedacht". Google Maps ist ein hilfreiches Tool - nicht nur für Touristen, die ihre Reise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten planen, sondern auch für all diejenigen, die sich eher für die Lage von Atomkraftwerken, Militärflugplätzen und anderen geheimen Objekten interessieren.

Google Maps bietet Wegbeschreibungen und Satellitenbilder. Also erst auf dem Satellitenbild das Atomkraftwerk suchen, dann die Wegbeschreibung ausdrucken, die Bazooka einpacken und los geht's.
Wie das? Müssen denn die ganzen vertraulichen Daten nicht geschwärzt werden? Doch, müssen sie! Aber bei der Fülle der Daten ist dem Zensor einfach etliches durch die Lappen gegangen. Mit ein bißchen Spürsinn lassen sich die bei weitem meisten Militäranlagen oder Kraftwerke in den USA fast auf Anhieb finden. Das hat zumindest Spiegel Online bei seinen Recherchen festgestellt.
Wie sicherheitskritisch sind diese Informationen? Die Satellitenbilder sind statisch, d.h. der Stealth-Bomber wird aktuell höchstwahrscheinlich nicht mehr auf dem Platz stehen, auf dem er fotografiert wurde. Aber es ist zumindest klar, daß auf diesem Militärflughafen bestimmte Flugzeugtypen stationiert sind. Militärsexperten könnend daraus sicher etliche Schlüsse ziehen. Wenn es darum geht einen Anschlag auf ein Bauwerk zu planen sind die Satellitenbilder aber uneingeschränkt brauchbar, schließlich ändern sich die Zu- und Abfahrtswege nicht. Ein Terrorist könne sich sicherlich diese Informationen auch anders beschaffen, aber vom heimischen PC aus ist es doch einfach bequemer.
Google Maps ist ein klassisches Beispiel für Seiteneffekte neuer Technologien. Mehr Service und Transparenz bedeutet auch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko.
Durch eine konsequentere Schwärzung der betreffenden Einrichtungen ließe sich sicher das Sicherheitsrisiko mindern. Ein Logging der IP-Adressen wird nicht viel bringen, da ein Besucher diese verschleiern kann.
Interessant in diesem Zusammenhang: Microsoft will mit einem entsprechenden Angebot kontern und das soll "natürlich viel, viel besser und aktueller sein". Wir sind gespannt!

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