Lauschangriff im Regierungsvirtel
Der Bluebug macht´s möglich: Per Funk lassen sich Gespräche mithören oder Rufnummern auslesen - der ausspionierte Nutzer ist vollkommen ahnungslos.
Gerhards Handy-Nummer sollte eigentlich nur Doris kennen und auch die Durchwahlnummern diverser Polizei-Einsatzzentralen fallen unter die Rubrik Herrschaftswissen - eigentlich. Doch um sie in Erfahrung zu bringen, reichen ein bisschen Geduld und etwas technisches Können.
Um das zu beweisen, unternahm "Dago-bert" vor zwei Wochen in der Hauptstadt ein kleines Experiment. Er war zur Hackerkonferenz "ph-neutral" nach Berlin gereist. Seinen bürgerlichen Namen behält der Informatiker und Sicherheitsberater lieber für sich.
So griff Dago-bert an
Sein Versuchsaufbau war denkbar einfach: Er mietete sich ein Fahrrad und radelte durch das Regierungsviertel, drehte eine Runde um Reichstag und Paul-Löbe-Haus. Wenn irgendwo eine schwarze Limousine vorfuhr, blieb er in einigen Metern Abstand stehen und durchsuchte die Taschen der vorbeieilenden Bodyguards und Politiker nach Telefonnummern - allerdings nicht physisch.Das Durchfilzen nach Daten übernahm ein kleiner Rechner in seinem Rucksack, ohne dass die Durchsuchten etwas davon bemerkten. Jeweils etwa 15 Sekunden reichten dafür aus.
Spiegel Online hat die ganze Story.
Auch dies wieder ein Fall, in dem Know How und Können eine neue Technik so nutzen, wie sich die Erfinder das nicht vorgestellt haben. Geschieht den Politikern aber Recht. Wer als Statussymbol immer das neuste Spielzeug haben muß, der muß auch mit den Folgen der unausgereiften Technik leben. Zum Telefonieren würde auch eine alte Nokia-Gurke reichen. Der Sicherheitexperte Dago-bert sieht das genauso: "Schalten Sie so oft es geht die Bluetooth-Funktion aus. Oder kaufen Sie einfach ein altes Handy - ohne Bluetooth."
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