Trojaner erpreßt Nutzer
Auch die Virenschreiber haben eine Evolution hinter sich. Zuerst ging es um den akademischen Beweis, daß es möglich ist Viren zu schreiben, dann kamen die pubertierenden Jünglinge, die zeigen wollten was sie so alles drauf haben. Es zählte die cleverste Schadensroutine und die schnellste Ausbreitung, nun sind die Jungs erwachsen geworden und die Stunde der Profis schlägt. Jetzt geht es darum mit Viren und Würmern Geld zu verdienen - und zwar nicht als Anbieter von Antivirus-Software, sondern direkt.
Der Trojaner PGPCODER.A verschlüsselt Daten auf infizierten Rechnern und bietet gegen Bezahlung Entschlüsselung an. Der Trojaner verschlüsselt Daten infizierter Rechner und löscht sich anschließend selbst. Allerdings hinterläßt er eine Textdatei, in der das Opfer aufgefordert wird, unter einer bestimmten Adresse eine Entschlüsselungssoftware gegen Geld zu erwerben.
Die Experten von Trend Micro geben an, daß dies den Trend bestätige, wonach bereits seit einigen Monaten zu beobachten sei, daß Autoren von Computerschädlingen zunehmend finanzielle Motive verfolgen.
"Mit PGPCODER.A ist jetzt ein besonders dreister Schädling im Umlauf. Opfer, denen sensible Daten verschlüsselt wurden, werden möglicherweise auf die Forderung des Erpressers eingehen", so Raimund Genes, President of European Operations bei Trend Micro.
Ganz neu ist die Funktionsweise von TROJ_PGPCODER.A nicht. Bereits um 1989 herum war mit AIDS TROJAN DISK eine infizierte Diskette im Umlauf, die Dateien verschlüsselte und eine Entschlüsselung gegen Bezahlung anbot. Damals wurde der Autor des Trojaners überführt und zu einer Haftstrafe verurteilt.
Trend Micro stuft das Schadenspotential des Trojaners als hoch, das Verbreitungspotential zurzeit als gering ein.
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